Trennung, Neuanfang und das Leben danach
00:00:07: Willkommen bei Trennungsheldin, dem Podcast über Neuanfänge, Veränderungen und das Leben, das manchmal ganz anders kommt als wir es geplant haben.
00:00:15: Ich bin Tanja und hier geht's um die kleinen und großen Fragen, die uns Frauen und manchmal auch Männer mitten im Leben beschäftigen.
00:00:21: Schön, dass du da bist!
00:00:30: Hallo ja wie eben schon gesagt, schön, dass Du wieder da bist und dieses Wieder-da passt heute ja tatsächlich besonders gut denn ich bin auch wieder da. Und ich muss sagen, es fühlt sich gerade echt so ein bisschen ungewohnt an wieder hier vor meinem Mikro zu sitzen.
00:00:45: Die letzte Podcast-Folge ist ja doch schon eine ganze Weile her und so lange war die Pause eigentlich auch gar nicht geplant.
00:00:51: Aber irgendwie war einfach auch so ein bißchen die Luft raus.
00:00:53: Und trotzdem habe in den letzten Monaten immer wieder drüber nachgedacht ob ich nicht doch wieder neue Folgen aufnehmen möchte.
00:00:59: Und irgendwann war klar Ja!
00:01:00: Eigentlich hab' ich da schon immer noch richtig Lust drauf.
00:01:03: nur was ich auch ziemlich schnell wusste, wenn ich wieder anfange, dann möchte ich nicht einfach genauso weitermachen wie vorher. Denn Trennungsheldin hat sich verändert und ich hab mich natürlich auch verändert.
00:01:12: Und wenn du schon länger dabei bist oder ältere Folgen von mir kennst, dann hörst du mich dort am Anfang immer sagen: Hallo!
00:01:17: Ich bin Tanja vom Trennungsheldin- und Liebeskummercoach.
00:01:20: Natürlich gehören Trennung und Liebeskummer nach wie vor zu Trennungsheldin.
00:01:23: Das wird so bleiben und schließlich hat das ja alles damit angefangen.
00:01:27: aber Trennungsheldin ist für mich heute noch mehr, denn irgendwann wird aus dem Liebeskummer auch Neuanfang. Und man fängt an, sich sein Leben wieder neu aufzubauen.
00:01:35: Man verändert sich, man macht neue Erfahrungen und vielleicht verliebt man sich auch wieder, vielleicht auch nicht.
00:01:41: Irgendwann tauchen einfach ganz andere Fragen auf: Wie möchte ich eigentlich leben?
00:01:44: Was passiert mit Freundschaften wenn wir älter werden?
00:01:47: Wie möchte ich heute Beziehung führen?
00:01:48: Will ich überhaupt noch mal eine Beziehungs-?
00:01:50: Was machen wir mit all den Plänen die wir irgendwann einmal für unser Leben hatten?
00:01:53: Und was wollen wir eigentlich heute?
00:01:55: Und genau deshalb möchte ich hier auch überall die anderen Dinge sprechen, die uns Frauen mitten im Leben beschäftigen.
00:02:01: Familie, Freundschaften, Beziehungen, Single-Leben, Geld, Älterwerden, Freiheit, Wünsche, Veränderung und wahrscheinlich auch über ziemlich banale Dinge, bei denen ich mir manchmal denke bin ich nur ich so oder geht das anderen genauso.
00:02:12: Trennungsheldin wird also auch weiterhin ein Ort für Trennungen, Liebeskummer und Neuanfänge sein.
00:02:16: Aber wir gehen einfach auch ein bisschen weiter denn das Leben hört nach so einer Trennung ja nicht auf, ganz im Gegenteil.
00:02:21: Und genau dieses Leben danach mit allem, was dazugehört, interessiert mich heute eben genauso sehr.
00:02:27: Ich muss hier übrigens auch gar nicht auf jede Frage eine schlaue Antwort haben.
00:02:30: Das finde ich inzwischen auch ziemlich entspannt.
00:02:33: Manchmal habe ich vielleicht eine und manchmal hab' ich vielleicht auch nur ne Meinung.
00:02:37: Und manchmal sehe ich heute vielleicht auch etwas ganz anders als noch vor ein paar Jahren oder am Anfang, als ich mit dem Podcast angefangen hab'.
00:02:46: Manchmal hab ich einfach nur nen Gedanken, über den es sich lohnt, ein bisschen länger nachzudenken.
00:02:49: Und genau darauf habe ich jetzt auch wieder so richtig Lust und das Thema dieser ersten neuen Folge passt eigentlich richtig gut dazu.
00:02:56: Denn in letzter Zeit geht mir ein Gedanke immer wieder durch den Kopf.
00:02:59: Ich hab keine Lust mehr mich ständig optimieren zu müssen.
00:03:03: Gleichzeitig tue ich's aber trotzdem oder versuche es zumindest!
00:03:05: Genau darüber möchte ich heute mit dir sprechen.
00:03:08: Kennst du diese zwei Wörter?
00:03:10: Ich sollte. Bei mir tauchen die echt erstaunlich oft auf.
00:03:14: Ich sollte eigentlich mehr Sport machen.
00:03:16: Ich sollte weniger Zucker essen, ich sollte weniger Zeit am Handy verbringen.
00:03:18: Ich soll endlich mal wieder Bücher lesen!
00:03:21: Ich sollte mich noch gesünder ernähren und manche Kontakte viel mehr pflegen.
00:03:25: Und ich sollte vielleicht auch nicht immer so tun als wäre alles gut, wenn es das gerade eigentlich gar nicht ist.
00:03:31: Und glaube ich könnte diese Liste noch sehr lange fortsetzen.
00:03:34: Es gibt offenbar echt eine riesige Anzahl an Dingen die ich tun könnte, damit aus mir endlich diese sagenumwobene beste Version meiner selbst wird.
00:03:44: Und Instagram ist bei der Suche nach dieser Version ausgesprochen hilfreich, denn ich sehe morgens eine Frau, die offenbar schon Sport gemacht hat, während ich noch mit meinem Kaffee da sitze und dann wische ich weiter und die nächste zeigt ihr gesundes Frühstück mit so einer richtig geil selbstgemachten Bowl.
00:03:58: Dann kommt eine, die mir ihre Morgenroutine zeigt und ne andere, die hat schon drei Bücher in diesem Monat gelesen.
00:04:04: Die nächste ist gerade auf irgendeinem richtig coolen Wochenendtrip Und irgendwo dazwischen sitzt eine Frau mit ihren Freunden beim Essen und alle sehen irgendwie total großartig aus.
00:04:12: Und offenbar haben auch alle wirklich Zeit füreinander, ich sitze da mit meinem Kaffee und denke ... Tanja, was genau läuft bei dir eigentlich falsch?
00:04:22: Das Absurde daran ist: Während ich mir all diese Frauen angucke und denke, ich sollte mein Leben dringend besser in den Griff kriegen, verbringe ich natürlich schon wieder viel zu viel Zeit am Handy.
00:04:29: Ja, läuft!
00:04:31: Natürlich weiß ich das Instagram nicht, dass echte Leben ist.
00:04:34: Das wissen wir mittlerweile echt alle.
00:04:37: Und trotzdem macht's was mit mir.
00:04:39: Denn das Verrückte ist ja, das sind fünf, sechs oder manchmal auch zehn verschiedene Frauen und in meinem Kopf werden die dann aber irgendwie zu einer einzigen, zu so eine Art Instagram-Superfrau.
00:04:48: Und gegen diese Frau hab ich natürlich keine Chance.
00:04:50: Die steht morgens früh auf, macht Sport, gibt sich halt ein gesundes Frühstück, arbeitet erfolgreich, pflegt ihre Freundschaften, hat ne glückliche Beziehung, ein schönes Zuhause ... Mega spannende Hobbys!
00:05:00: Sie reist regelmäßig, sie liest Bücher und vermutlich meditiert die auch noch jeden Tag.
00:05:04: Und abends liegt sie wahrscheinlich zufrieden im Bett und liest noch ein paar Seiten in ihrem total anspruchsvollen Buch.
00:05:11: Während mein Buch auf dem Nachtisch liegt und darauf wartet, dass ich endlich mal wieder weiter lese.
00:05:16: Das Gemeine ist, diese Frau gibt's wahrscheinlich überhaupt nicht!
00:05:19: Ich hab die mir ja irgendwie selbst zusammengebaut aus lauter kleinen Ausschnitten aus dem Leben anderer Frauen.
00:05:23: und ich dagegen kenne von meinem eigenen Leben natürlich nicht nur die schönen Ausschnitte... ...ich kenn auch den ausgefallenen Sport Die Schokolade, die unbeantworteten WhatsApps, die viel zu lange Bildschirmzeit. Das Buch, das ich seit Wochen weiterlesen möchte und all die Dinge, in die ich mir vorgenommen und dann doch wieder nicht gemacht habe.
00:05:40: Wenn ich also mein komplettes Leben mit den schönsten Ausschnitten aus zehn anderen Leben vergleiche, ist eigentlich irgendwie auch schon vorher klar wer dabei schlecht abschneidet.
00:05:48: Jetzt könnte man natürlich sagen, dann hör doch einfach auf dich zu vergleichen akzeptiere ich wie du bist.
00:05:52: macht dir keinen Druck. Fertig. Podcastfolge beendet.
00:05:55: Nur da funktioniert es für mich manchmal nicht ganz so.
00:05:57: Und ich glaube, da bin ich auch nicht alleine mit.
00:05:59: Denn ich möchte manche Dinge tatsächlich verändern!
00:06:01: Ich würde wirklich gerne mehr Sport machen.
00:06:03: Ich möchte mich einfach noch gesünder ernähren.
00:06:05: Ich will weniger am Handy hängen... ...ich möchte Menschen, die mir wichtig sind, nicht aus den Augen verlieren und das sind doch keine schlechten Wünsche.
00:06:12: Wenn ich ganz ehrlich bin, bin ich gerade auch nicht in jedem Bereich meines Lebens dort wo ich gerne wäre.
00:06:17: Vielleicht kennst du solche Phasen auch?
00:06:18: Man schaut auf sein Leben und denkt, hm, tja, so richtig rund läuft's ja gerade irgendwie nicht, ne?
00:06:23: Und ich glaub, genau dann ist man besonders empfänglich für all die Dinge, die man angeblich noch machen müsste.
00:06:28: Mehr Bewegung, gesünder Essen, früher aufstehen, weniger Handy, mehr lesen, mehr Zeit mit Freunden, mehr Selbstfürsorge, mehr Achtsamkeit und Irgendwann muss man sogar noch besser entspannen. Am besten natürlich regelmäßig und konsequent.
00:06:39: Da liegt für mich inzwischen der entscheidende Unterschied. Denn: Ich würde gerne wieder mehr Sport machen. fühlt sich anders an als:
00:06:46: Warum krieg ich es eigentlich nicht hin, regelmäßig Sport zu machen. Und: Ich möchte weniger Zeit am Handy verbringen. ist auch irgendwie was anderes als: Jetzt hast du schon wieder den ganzen Abend am Handy vergeudet.
00:06:55: Irgendwann wird aus einem Wunsch ein Vorwurf. Aus: Das würde mir gut tun.
00:07:01: Wird ... Ey mann!
00:07:02: Warum krieg ich das nicht auf die
00:07:03: Reihe?!
00:07:03: Vielleicht ist genau das der Punkt, der mir in dieser Selbstoptimierung so auf die Nerven geht.
00:07:08: Nicht, dass ich mich verändern möchte.
00:07:10: Nicht, dass ich Dinge anders machen möchte, sondern dieses Gefühl, dass mit der Frau, die ich heute bin, offenbar ständig irgendwas noch nicht stimmt.
00:07:16: Dass irgendwo eine bessere Tanja auf mich wartet. Fitter, gesünder, konsequenter, gelassener, interessanter, sozialer, produktiver und natürlich mit einer Bildschirmzeit von maximal siebenundvierzig Minuten am Tag.
00:07:25: Die Frage ist nur: Wann genau bin ich eigentlich gut genug?
00:07:28: Und irgendwann habe ich auch versucht, mir eine andere Frage zu stellen. Nicht: Was sollte ich noch alles ändern? Sondern: Was wünsche ich mir eigentlich?
00:07:34: Interessanterweise bestand meine Antwort darauf überhaupt nicht aus Dingen, die ich abhaken könnte.
00:07:38: Ich hab nicht gedacht: Drei mal die Woche Sport, dreißig Bücher im Jahr, nie wieder Zucker.
00:07:42: Meine Antwort war eigentlich viel einfacher!
00:07:44: Ich wünsche mir wieder ein bisschen mehr Leichtigkeit. Weniger Ängste Ein bisschen mehr Sicherheit und vor allem wieder ein bisschen mehr Spaß.
00:07:51: Und dann dachte ich so bei mir: Okay, vielleicht ist das gerade die viel interessantere Frage?
00:07:56: Denn ich weiß nicht, ob mein Leben automatisch leichter wird, wenn ich endlich die perfekte Morgenroutine habe.
00:08:01: Und wahrscheinlich werde ich auch nicht plötzlich vollkommen glücklich und zufrieden sein, nur weil ich dreimal die Woche Sport mache.
00:08:07: Wobei ich grade merke, dass Sport in dieser Folge erstaunlich häufig vorkommt.
00:08:09: Vielleicht will mein Unterbewusstsein mir doch irgendwas sagen!
00:08:12: Aber vielleicht muss ich gar nicht besser werden.
00:08:14: Darauf heute auch keine perfekte Antwort.
00:08:16: Und ich glaube, ich brauche auch keine.
00:08:18: Ich werde mir weiterhin Dinge vornehmen und manches werde ich machen... ...und manches wäre ich nicht machen!
00:08:23: Ich werde wahrscheinlich auch weiterhin auf Insta-Frauen sehen und denken: Wow ey, die hat ihr Leben aber auch echt voll im Griff. Und ich werde ziemlich sicher weiter an diese zwei Wörter denken: ich sollte. Aber vielleicht lohnt es sich beim nächsten
00:08:33: "Ich sollte" eigentlich einfach mal kurz hinein zu hören. Nicht analysieren, nicht gleich so ein Projekt draus machen. Einfach mal überlegen, will ich das eigentlich wirklich?
00:08:40: Würde mir das gut tun oder glaube ich nur, dass ich das tun müsste, um irgendwie besser zu sein.
00:08:46: Denn vielleicht brauche ich gerade gar keine bessere Version von mir, vielleicht braue ich einfach wieder ein bisschen mehr Spaß mit der Version, die schon da ist und genau das werde ich jetzt mal versuchen.
00:08:54: Also dass mit dem Spaß.
00:08:56: Sport mache ich dann morgen!
00:08:58: Vielleicht... Wenn dir diese Folge gefallen hat freue ich mich wenn du auch beim nächsten Mal wieder dabei bist.
00:09:03: Mehr von Trennungshelden findest Du auf www.trennungsheldin.net oder über die Links in den Shownotes.
00:09:09: Ich wünsche Dir alles Liebe. Bis zum nächsten Mal.