Trennungsheldin - Der Podcast für deinen Neuanfang im Leben

Trennungsheldin - Der Podcast für deinen Neuanfang im Leben

Trennung, Neuanfang und das Leben danach

Transkript

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00:00:07: Willkommen bei Trennungsheldin, dem Podcast über Neuanfänge, Veränderungen und das Leben, das manchmal ganz anders kommt, als wir es geplant haben.

00:00:15: Ich bin Tanja und hier geht's um die kleinen und großen Fragen, die uns Frauen und manchmal auch Männer mitten im Leben beschäftigen.

00:00:21: Schön, dass du da bist!

00:00:30: Hallöchen oder besser gesagt Konichiwa

00:00:34: Denn ich muss direkt am Anfang was richtig stellen.

00:00:36: Ich habe in der letzten Folge behauptet, dass die Asia-Woche mit Trennungsheldin jetzt vorbei sind.

00:00:41: Das war offensichtlich nicht ganz richtig.

00:00:43: Wir hängen noch eine dran.

00:00:44: Ich weiß auch nicht, was hier gerade passiert.

00:00:46: Erst Mono no Aware dann Kintsugi und heute Ikigai!

00:00:51: Wenn das so weitergeht, brauche ich demnächst wahrscheinlich eine eigene Rubrik, aber ich verspreche jetzt einfach gar nichts mehr, denn eigentlich geht es ja heute auch nicht so sehr um Japan ne

00:00:58: Es geht um etwas, das mich in den letzten Monaten ziemlich beschäftigt hat oder besser gesagt um etwas von dem ich erst langsam verstanden habe, dass es mir gefehlt hat: mein Ikigai.

00:01:09: Was ist Ikigai eigentlich?

00:01:11: Vielleicht kennst du den Begriff ja sogar. Ikigai wird häufig mit "Das, wofür es sich zu leben lohnt" oder "Das, was dem Leben Wert gibt" übersetzt.

00:01:20: Und vielleicht kennst du auch diese berühmte Grafik dazu

00:01:23: Vier Kreise:

00:01:24: Was liebe ich?

00:01:24: Worin bin ich gut?

00:01:26: Was braucht die Welt?

00:01:27: Wofür kann ich bezahlt werden?

00:01:29: Und irgendwo in der Mitte wartet dann angeblich mein Ikigai.

00:01:32: Was natürlich ausgesprochen praktisch wäre.

00:01:34: Dann bräuchten wir alle nur einen Stift ein Blatt Papier und ungefähr zwanzig Minuten Zeit... ...und hätten anschließend unseren Lebenssinn geklärt.

00:01:41: Leider ist es wohl nicht ganz so einfach.

00:01:43: Dieses Vier-Kreise-Modell ist nämlich gar nicht die ursprüngliche japanische Bedeutung von Ikigai.

00:01:47: Ikigai kann viel alltäglicher sein. Etwas, das unserem Leben Bedeutung gibt, etwas was uns Freude macht, etwas weshalb wir morgens gerne aufstehen.

00:01:55: Das können Menschen sein, eine Aufgabe, ein Hobby, Arbeit, was kreatives.

00:02:00: und als ich mich damit beschäftigt habe, musste ich irgendwann ziemlich ehrlich zu mir selbst sein, denn wenn ich dieses Verständnis von Ikigai nehme, dann hab ich meines in den letzten Monaten ziemlich aus den Augen verloren vielleicht sogar ganz.

00:02:13: Das ist für mich deshalb so ungewöhnlich, weil ich eigentlich fast immer für irgendwas brenne.

00:02:17: Und wer mich persönlich kennt, der kennt auch das wahrscheinlich 

00:02:21: Ich habe eine Idee und da eine Idee wenn innerhalb kürzester Zeit ungefähr vierzehn weitere... ...und dann fange ich an mich damit zu beschäftigen, ich probiere was aus und ich entwickel was.. ..und ehe ich mich versehe, sitze ich stunden später immer noch dran und denke oh das könnte man auch machen!

00:02:36: Das ist einerseits eine ja schon schöne Eigenschaft, andererseits führt sie aber auch regelmäßig dazu, dass ich den Arbeitsaufwand meiner eigenen großartigen Ideen vollkommen unterschätze.

00:02:45: Aber gut man kann nicht alles haben.

00:02:47: dieses Brennen kenne ich jedenfalls sehr gut von mir.

00:02:50: und irgendwann in den letzten Monaten war das weg!

00:02:52: Nicht nur für ein bestimmtes Projekt, sondern ziemlich grundsätzlich.

00:02:56: Und ich glaube nicht, dass es einen bestimmten Moment gab an dem was passiert ist.

00:03:00: keinen großen Knall... ...das war eher schleichend.

00:03:03: Hier kommt etwas dazu das Kraft kostet, da gibt's Ärger, dann läuft es im Job nicht gut.

00:03:08: Dann gibt es zwischenmenschliche Dinge, die einen beschäftigen und dann kommt das nächste.

00:03:11: Und jedes einzelne Ding für sich ist vielleicht noch gar nicht so schlimm!

00:03:14: Dann denkt man: naja komm krieg ich hin ne

00:03:16: Ist grad blöd, aber geht schon.

00:03:17: Und dann kommt wieder was dazu... ...und noch etwas.

00:03:20: Und irgendwann habe ich offenbar so viel Energie dafür gebraucht mit all diesen Dingen umzugehen, dass für die Sachen, für die ich normalerweise brenne, nicht mehr so besonders viel übrig war.

00:03:29: Ich hab' das gar nicht sofort gemerkt. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, war ich in den letzten Monaten für meine Verhältnisse in keiner besonders guten Verfassung.

00:03:35: Ich hab mich zurückgezogen, ich habe Kontakte vermieden

00:03:39: Ich bin weniger rausgegangen und habe öfter Dinge abgesagt oder gar nicht erst geplant.

00:03:44: Eine ganze Zeit lang hab ich mir gesagt, ich brauche einfach gerade meine Ruhe!

00:03:48: Und wahrscheinlich stimmte das auch, ne?

00:03:49: Irgendwann ist aus Ruhe Rückzug geworden und aus... ...ich hab heute keine Lust, wurde ziemlich oft, ich hab auf so gar nichts richtig Lust.

00:03:56: Das kenne ich vor mir eigentlich nicht.

00:03:58: Klar, das meiste Alltäglich hat schon noch so funktioniert.

00:04:02: Aber dieses Oh darauf freu' ich mich,

00:04:03:

00:04:04: Das hat gefehlt. Und irgendwann habe ich verstanden, dass mir damit was ziemlich Wichtiges abhanden gekommen ist.

00:04:10: Nicht einfach nur Motivation, sondern tatsächlich so etwas wie Sinn.

00:04:14: Sinn des Lebens, das klingt natürlich sofort wahnsinnig groß!

00:04:17: Da sind wir dann direkt bei den ganz großen philosophischen Fragen der Menschheit.

00:04:20: Warum sind wir hier?

00:04:21: Was bleibt von uns?

00:04:22: Zweiundvierzig?!

00:04:23: Ich weiß nicht, ob ich darauf jemals ne  Antwort haben werde und ehrlich gesagt brauche ich wahrscheinlich auch keine.

00:04:29: Aber ich glaube inzwischen, dass ich was anderes brauche Dinge in meinem Leben, die mir wichtig sind.

00:04:33: Menschen, die ich sehen möchte und etwas auf das ich mich freue.

00:04:36: Ideen, die man nicht mehr aus dem Kopf geht.

00:04:38: Irgendwas bei denen ich denke, oh ja, darauf habe ich Lust!

00:04:41: Und vielleicht ist genau das der Grund warum mich Ikigai gerade so beschäftigt?

00:04:45: Also weil ich erst gemerkt hab wie wichtig dieses Gefühl für mich ist als es nicht mehr da war.

00:04:49: Vielleicht kennst du das auch.

00:04:50: Vielleicht gab's bei dir auch mal Dinge auf die du dich richtig gefreut hast und irgendwann sind sie einfach weniger geworden.

00:04:55: Nicht von heute auf morgen sondern so langsam dass du es kaum gemerkt hast Vielleicht machst du ja auch alles weiterhin was gemacht werden musst.

00:05:01: Du arbeitest, kümmerst dich, organisierst dein Leben ne?

00:05:03: Aber wenn dich jemand fragen würde, worauf freust du dich eigentlich gerade?

00:05:06: Da müsstest du echt erstmal überlegen!

00:05:09: Und ich glaube diese Frage hätte mich vor ein paar Monaten auch ziemlich erwischt... Das Interessante ist inzwischen verändert sich etwas und eigentlich ist allein die Tatsache dass du diese Folge gerade hast schon ziemlich guter Hinweis darauf.

00:05:18: Ich nehme nämlich wieder Podcast-Folgen auf nach ziemlich langer Zeit und plötzlich passiert wieder was das ich gut von mir kenne.

00:05:24: Mir begegnet ein Thema und ich denke, oh ja darüber möchte ich sprechen.

00:05:27: Und daraus könnte ich eine Folge machen und offensichtlich im Moment vorzugsweise über japanische Begriffe.

00:05:33: aber gut man muss ja mit dem arbeiten was kommt und es ist nicht nur der Podcast.

00:05:36: Trennungsheldin hat inzwischen auch einen Blog und ich schreibe Artikel, ich entwickle Themen, ich überlege mir neue Sachen und dann gibt's ja auch noch Frl. Wunder mein anderes Projekt und diverse weitere Ideen, die irgendwo immer am Kopf rumliegen und darauf warten dass sich irgendwann leichtsinnigerweise denke ach komm das mache jetzt auch noch ne?

00:05:51: Und genau daran merke ich da is wieder was da dass mir ziemlich lange gefehlt hat.

00:05:56: Nicht einfach nur Produktivität, sondern Neugier, Lust und Begeisterung.

00:06:00: Dieses typische Was könnte ich denn daraus machen?

00:06:02: Und vielleicht ist das bei mir tatsächlich wichtiger als ich bisher gedacht habe!

00:06:06: Und nee, Ikigai bedeutet nicht möglichst viel zu machen.

00:06:09: Das möchte ich unbedingt dazu sagen wenn sonst klingt das hier so schnell nach.

00:06:12: mir ging es nicht gut.

00:06:12: jetzt arbeite ich wieder viel und jetzt geht's mir wieder gut.

00:06:15: So meine ich das überhaupt nicht.

00:06:16: mein Wert hängt nicht davon ab wie viele Podcastfolgen ich veröffentliche oder wie viele Blogartikel ich schreibe Und mein Ikigai kann auch nicht darin bestehen, möglichst viele Projekte gleichzeitig anzufangen.

00:06:25: Auch wenn mein Gehirn das gelegentlich vielleicht anders sieht!

00:06:27: Ich merke nämlich auch an ganz anderen Dingen dass sich was verändert.

00:06:31: Ich gehe wieder mehr raus oder genauer gesagt ich zwing mich manchmal dazu.

00:06:34: Ja okay klingt jetzt nicht wahnsinnig.

00:06:35: Lebensbejahend mit dem Zwingen ist aber so.

00:06:38: es gibt immer noch Momente in denen ich am liebsten zu Hause bleiben würde niemandem sehen.

00:06:42: Nirgendwo hinfahren einfach meine Ruhe haben.

00:06:44: und dann sage ich mir inzwischen manchmal Tanja du ziehst dich jetzt an und du gehst dahin Und nicht auf die Art so, ach komm das wird bestimmt wunderschön und Hurra Menschen.

00:06:51: Sondern einfach los jetzt!

00:06:53: Und was wirklich ärgerlich daran ist, dass tut mir ja richtig gut.

00:06:56: Ich komme danach ziemlich oft nach Hause und denke Gut, dass ich gegangen bin.

00:07:00: Das ist natürlich ausgesprochen ungünstig für mein zukünftiges.

00:07:02: Ich Dass beim nächsten Mal behaupten möchte.

00:07:05: Sofa und Netflix wäre definitiv die bessere Entscheidung.

00:07:08: Manchmal kommt die Lust offenbar erst hinterher und das ist was, dass ich gerade erst wieder lernen muss.

00:07:12: Ich habe ziemlich lange darauf gewartet, dass die Lust zuerst kommt, dass sich irgendwann wieder Lust hat jemanden zu treffen, Lust habe rauszugehen, Lust haben etwas zu machen.

00:07:20: Und bei manchen Dingen kommt sie inzwischen tatsächlich wieder von selbst.

00:07:23: Bei anderen aber nicht!

00:07:24: Da muss ich erst anfangen.

00:07:25: Ich gehe raus, ich treffe jemandem für ein gutes Gespräch... ...ich mache was, das ich lange nicht gemacht hab und merke hinterher.

00:07:30: Ach ey, das hat mir irgendwie echt gefehlt.

00:07:32: Und natürlich funktioniert es nicht

00:07:33: immer.".

00:07:34: Ich werde garantiert auch irgendwo hingehen und anschließend denken, oh, hätte ich mal auf mein Sofa gehört.

00:07:38: Auch das gehört zur Wahrheit!

00:07:40: Aber gerade passiert eben immer öfter das Gegenteil und das finde ich halt ziemlich interessant weil ich immer dachte Begeisterung wäre etwas dass einfach da ist oder eben doch nicht.

00:07:50: Und weil ich ja normalerweise jemanden bin der für Dinge brennt habe ich dann nie groß drüber nachgedacht woher denn dieses Feuer eigentlich kommt?

00:07:57: Es war halt da Und als es weg war, habe ich scheinbar darauf gewartet.

00:08:00: Dass es irgendwann von alleine wieder auftauchten.

00:08:02: Das tut's aber leider nicht zumindest nicht immer und manchmal muss ich meinem eigenen Leben offenbar so ein bisschen entgegen kommen.

00:08:08: Vielleicht ist das gerade das Schöne an dieser ganzen Entwicklung dass ich mich in manchen Momenten wiedererkenne.

00:08:14: Ich sitze an einer Idee und plötzlich entstehen daraus schon wieder fünf neue.

00:08:16: Ich nehme eine Podcastfolge auf und denke währenddessen schon über die nächste nach.

00:08:20: Ich komme vor einem Treffen nach Hause und denke Boah das war schön!

00:08:23: Das sollten wir wieder machen.

00:08:25: Und dann gibt es eben diese kleinen Momente in denen ich fast denke Ah, guck.

00:08:28: Da bist du ja schon wieder!

00:08:30: Diese Tanja die sich begeistern kann, die neugierig ist und die Dinge ausprobieren möchte, die regelmäßig viel zu viele Ideen hat und sich anschließend fragt wer das eigentlich alles erledigen soll?

00:08:38: Ich hatte sie ja schon ein bisschen vermisst.

00:08:39: Und vielleicht ist auch das was ich aus den letzten Monaten mitnehme nicht die Erkenntnis was der Sinn meines Lebens ist.

00:08:46: Soweit sind wir hier heute nicht gekommen.

00:08:48: Da hätten wir wahrscheinlich noch mindestens vier weitere Asia-Wochen gebraucht.

00:08:51: Aber ich weiß jetzt ein bisschen besser, woran ich bei mir merke wenn etwas nicht stimmt.

00:08:55: Wenn ich mich immer weiter zurückziehe und die Ideen weniger werden.

00:08:58: Wenn mir alles nur anstrengend vorkommt.

00:09:00: Und vor allem wenn es schon lange nichts mehr gab, bei dem ich dachte oh ja cool ey darauf habe ich so richtig Lust!

00:09:04: Das möchte ich in Zukunft ein bisschen ernster nehmen.

00:09:06: Vielleicht ist das auch eine ganz gute Frage, die ich dir aus dieser Folge dalassen kann?

00:09:09: Wann gab's bei dir zuletzt was, wo du dachtest ohja cool man, darauf hab ich so wirklich Lust.

00:09:14: Du musst darauf keine großen Antwort haben ne aber vielleicht fällt dir irgendwas ein.

00:09:19: Tja, und ich so?

00:09:20: Also im Moment seht sich wieder hier von meinem Mikrofon.

00:09:22: Und ich merke das mein Leben wieder mehr Spaß macht nicht jeden Tag Nicht alles und es ist auch nicht plötzlich alles wunderbar.

00:09:27: Aber es ist mir darauf dass ich mich freue und das reicht mir gerade vollkommen.

00:09:30: ob das jetzt mein Ikigai ist keine Ahnung.

00:09:34: aber nach drei folgen japanischer Lebensweisheiten muss Ich ja auch nicht jede frage abschließend geklärt haben.

00:09:38: und damit beende ich jetzt offiziell

00:09:39: die Asia-Wochen mit Trennungsheldin zum zweiten Mal und wir wissen Ja alle wie viel dieses Versprechen wert ist.

00:09:44: machts gut Wenn dir diese Folge gefallen hat, freue ich mich wenn du auch beim nächsten Mal wieder dabei bist.

00:09:49: Mehr von Trennungsheldin findest Du auf www.trennungsheldin.net oder über die Links in den Shownotes.

00:09:55: Ich wünsche Dir alles Liebe bis zum nächsten mal!